Warum sind oder waren Richard Branson (Virgin), Steve Jobs (Apple) oder Howard Schultz (Starbucks) so erfolgreich? Unternehmer, bei denen man glaubt, dass alles zu Gold wird, was sie nur ein Mal anfassen. Die immer den richtigen Riecher haben, den Mut zu handeln und mit ihren Unternehmen gutes Geld verdienen. Und dabei haben sie alles von Null aufgebaut, nur mit einer Idee in der Tasche.

Nun ist es nicht das Ziel der meisten Inhaber kleiner und mittelgroßer Unternehmen, weltweit tätig zu sein. Allerdings glaube ich, dass wir alle von diesen drei Unternehmern etwas lernen können. Sie konzentrieren sich nämlich auf die drei Kernaufgaben des Unternehmers:
1) Trends im Markt erkennen
2) Den erkannten Trends profitabel folgen
3) Konflikte auf dem eingeschlagenen Weg LÖSEN.

Aus vielen Beratungs-Gesprächen und eMails weiß ich, dass die meisten Firmeninhaber einen ähnlichen Start hatten. Sie haben mit einer Idee angefangen und alles von Null aufgebaut. Allerdings stehen sie heute an einem Punkt, an dem sie die Freude an ihrem Unternehmen verloren haben. Sie haben kaum noch Zeit und der Stress geht schon morgens beim Aufwachen los.

Eine gute Strategie in solchen Phasen ist, sich auf die wesentlichen Aufgaben zu konzentrieren – die 20 % der Arbeit, die 80 % der Ergebnisse bewirken. Also die oben genannten Kernaufgaben des Unternehmers.

Wenn diese drei Bereiche vom Firmeninhaber gleichwertig beachtet und aktiv gestaltet werden, können Unternehmen wachsen und langfristig erfolgreich werden.

Trends im Markt erkennen
Das Erkennen von Trends im Markt ist eine enorm wichtige Aufgabe. Nur wenn wir permanent unser Ohr im Markt haben, regelmäßig mit unseren Kunden sprechen, die Wünsche und Bedürfnisse erkennen und diese mit Technologien und Dienstleistungen abgleichen, haben wir die Chance, die Nummer eins im Kopf unserer Zielgruppe zu werden und auch zu bleiben.

Das mahnende Beispiel für mich ist der in meiner Jugendzeit führende Plattenspieler-Hersteller Dual. Als bereits das Kaufverhalten Richtung CD ging, hat Dual weiter auf die Platte als Technologie gesetzt. Mit dem Ergebnis, dass Dual vom Markt verschwand. Heute geht kein Weg an Apple vorbei bei Abspielgeräten für Musik.

Zu Zeiten der CD war Apple noch ein Computerkonzern, weit entfernt von heutigen Erfolgen und Mitte der 90er ebenfalls fast vom Markt verschwunden. Dann kam Steve Jobs mit der Idee, den Trend des Digitalisierens und Überspielens der Musik auf MP3-Player drastisch zu vereinfachen. Mit iTunes und dem iPod hatte er ein System geschaffen, das kinderleicht zu bedienen war. Der Prozess vom Herunterladen der Songs bis zum Anhören war für die Kunden so einfach, dass Apple innerhalb kürzester Zeit zum Marktführer wurde. Auch deshalb, weil die Musikverlage nicht in der Lage waren, ein solches System selbst zu entwickeln und dankbar ihre Musik für den iTunes-Store zur Verfügung stellten.

So ist Apple ein gelungenes Beispiel für das Erkennen von Trends und die perfekte Kooperation mit Anbietern, die das eigene Angebot ergänzen und so einen höheren Nutzen für den Kunden bieten.

Den erkannten Trends profitabel folgen
Gewinn ist wichtig, denn nur mit dem Gewinn von heute kann ein Unternehmen Lösungen entwickeln, die auch morgen noch dem Kunden Nutzen bieten. Somit ergibt sich zwangsläufig, dass mit den erkannten Trends auch Geld verdient werden muss. So schön, wie eine neue Technologie auch sein mag, so viel Spaß eine Leistung dem Inhaber bietet – wenn kein Geld damit verdient wird, sollte damit aufgehört werden.

Gerade kleine und mittelgroße Unternehmen haben nicht unendlich Geldreserven zur Verfügung oder die Möglichkeit, über den Kapitalmarkt neues Kapital zu besorgen. Umso dringender ist es notwendig, mit neuen Leistungen Gewinne zu erwirtschaften. Auch hier sind die genannten Unternehmer konsequent. Nicht alles, was sie angefangen haben, wurde auch weiter verfolgt. Unprofitable Geschäftsfelder haben sowohl Jobs als auch Schultz eingestellt.

Konflikte auf dem eingeschlagenen Weg LÖSEN
Neues und Veränderung bedeuten immer Unsicherheit – für unsere Mitarbeiter, für unsere Kunden, für Lieferanten und für Geldgeber. Mit neuen Leistungen sind häufig auch Änderungen in den Prozessen verbunden, Stellen fallen weg, neue werden geschaffen. Das heißt, auch das Beziehungsgeflecht kommt durcheinander.

Hier ist Sorgfalt vom Unternehmer gefordert. In diesen Phasen ist besonders viel Kommunikation notwendig. Nur Strukturen schaffen und Prozesse beschreiben reicht nicht. Jeder einzelne Beteiligte will wissen, was kommen wird. Veränderung wirft bei Mitarbeitern immer Fragen auf: Welchen Platz werde ich zukünftig haben? Werde ich noch gebraucht? Was wird sich für mich persönlich ändern?

Hier sind besonders Richard Branson und Howard Schultz hervorzuheben. Branson sagt über sich selbst: Ich suche immer das Beste in den Menschen. Und so agiert er auch. Er ist ständig bei den Menschen, bei seinen Kunden und seinen Mitarbeitern. Auch Schultz hat immer besonders viel Wert darauf gelegt, die Kommunikation mit seinen Kunden und seinen Mitarbeitern aktiv zu gestalten. Er ist ständig unterwegs und spricht in seinen Verkaufsstellen mit den Mitarbeitern und Kunden. Beide können zuhören. Beide äußern klar ihre Erwartungen. Beide fragen aber auch nach den Erwartungen ihres Gegenüber. Nur so ist es auf Dauer möglich, alle Beteiligten mit einzubeziehen und dadurch engagierte und eigenverantwortliche Mitarbeiter zu bekommen. Letztendlich ist auch nur so Wachstum möglich, denn am Ende des Tages kann ich als Unternehmer nicht alles selber machen.