„Du bekommst, was du duldest.“

Ich habe ein paar Fragen an dich:

Wie kommt es, dass intelligente Menschen die wichtigen Dinge einfach aufschieben?

Wie kommt es, dass intelligente Menschen nicht die Dinge erreichen, die sie sich vornehmen? So, als hätten sie ein Thermostat eingebaut, das nicht mehr zulässt?

Wie kommt es, dass intelligente Menschen daran verzweifeln, ihre PS auf die Straße zu bringen?

Vielleicht hast auch du schon einmal eine ähnliche Situation erlebt. Dann möchte ich dich einladen, eine andere Perspektive kennenzulernen.

Die meisten Menschen suchen meiner Meinung nach an den falschen Stellen. Sie wollen eine neue Technik, ein neues Werkzeug, mit dem sie dann ihre Probleme beheben. Das ist auch der Grund, warum es dort draußen so viele Programme gibt, die Linderung versprechen.

Deine Mitarbeiter funktionieren nicht? Dann hast du hier die beste Technik, um sie davon zu überzeugen, nach deiner Pfeife zu tanzen.

In den Abläufen passieren immer wieder Fehler? Dann hast du hier die neueste Taktik, um Projekte zu managen.

Du hast keine Kontrolle darüber, was deine Mitarbeiter wie machen? Hier ist das beste Werkzeug, um sie wieder auf Spur zu bringen.

Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich finde es gut und wichtig, die eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Führung, Kommunikation, Verkaufen, Marketing, Strategie, Präsentation… alles das sind wichtige Fertigkeiten, die wir in unserem Werkzeugkasten haben sollten.

Was meine ich also damit, dass sie an der falschen Stelle suchen?

Nun, ich möchte dir ein einfaches Beispiel nennen. Wenn dein Auto nicht anspringt, was machst du dann? Tauscht du das Zündschloss aus? Das wäre eigentlich folgerichtig.

Du drehst den Zündschlüssel im Zündschloss, das Auto springt nicht an, das Zündschloss muss kaputt sein.

Das ist dieselbe Logik, die hinter der Suche nach der neuesten Technik oder der gehypten Taktik steckt. Ursache – Wirkung.

Mitarbeiter macht nicht das, was er soll – Überzeugungs-Taktik.

Ich denke jedoch, du weißt, dass mehr dahinter steckt.

Aber dieses Fass wollen viele nicht auf machen. Deshalb bewegen sich die meisten Programme auch auf dem ungefährlichen Terrain der Techniken. Wenn das nicht funktioniert, dann wird einfach eine neue Technik hinterher geschoben.

Bist du bereit und mutig genug für die Wahrheit? Es liegt an uns selbst.

Wir alleine entscheiden darüber, was wir bekommen. Manchmal sage ich auch zu meinen Kunden:

„Du bekommst, was du duldest.“

Einfach zu verstehen? Ja.

Leicht umzusetzen? Bestimmt nicht.

Alternativlos, wenn du voran kommen willst? Ja, alternativlos.

Jetzt denkst du vielleicht, Oliver, wie soll ich das denn jetzt angehen?

Gute Frage! Gib mir noch einen Moment.

Ich möchte noch einmal das Beispiel mit dem Auto aufgreifen. Wir sind uns bestimmt einig, dass du nicht das Zündschloss wechselst, oder?

Was also dann? Du schaust unter die Motorhaube, nach der Batterie. Jetzt hast du eine unsichtbare Ursache entdeckt.

Und diese unsichtbare Ursache ist in unserem wirklichen Leben die Qualität unserer Beziehungen. Resultierend aus unserer Fähigkeit, tragfähige Beziehungen zu gestalten, die auch mal Knatsch und Konflikte aushalten, ohne dass beispielsweise der Mitarbeiter gleich kündigt und weg ist.

Am Ende erfährst du, wie du tragfähige Beziehungen gestalten kannst.

 

Der verborgene, wahre Grund

Um den nächsten Punkt zu veranschaulichen, möchte ich wieder das Auto-Beispiel nehmen.

Wenn wir den Fehler finden wollen, warum das Auto nicht anspringt, schauen wir also nach der Batterie unter der Motorhaube.

Normalerweise reicht es uns, die Batterie zu wechseln. Das würde im realen Leben sinnbildlich bedeuten, dass wir immer wieder neue Beziehungen zu neuen Menschen aufbauen müssen.

Ich weiß, dass das leider bei manchen Menschen zum Leben dazu gehört. Immer wieder verlassen Mitarbeiter das Unternehmen, weil sie sich nicht wohl fühlen oder weil irgendwo Sand im Getriebe ist.

Immer wieder müssen sie sich damit auseinander setzen, dass die Aufträge nicht gut klappen und es Konflikte mit den Kunden und Mitarbeitern gibt.

Der Aufbau von Stammkunden fällt schwer, immer wieder müssen neue Kunden gesucht werden.

Alles nur deshalb, weil die verborgene, tatsächliche Ursache eben genau das ist: verborgen. Wir erkennen nicht, woran es liegt.

Das, was die Batterie funktionieren lässt, sind die elektrischen Teilchen.

Wenn wir auch hier den Bogen zu unserem realen Leben spannen, können wir das mit unseren Grundannahmen vergleichen.

Was allgemein als Glaubenssätze bezeichnet wird, entspricht psychologisch unserem Menschenbild sowie unseren Grundhaltungen. Unser Menschenbild beinhaltet Meinungen über uns selbst, über andere Menschen sowie die Zukunft. Es ist über die Zeit entstanden und steuert unsere Handlungen.

Unsere Grundhaltungen entscheiden darüber, ob wir uns gegenüber Anderen eher sozial verbunden oder von ihnen getrennt fühlen. Auch die Tendenz, Anderen eher zu vertrauen oder ihnen Misstrauen entgegenzubringen, ist in unserer Grundhaltung verankert. Ebenso das Empfinden, gleichwertig zu sein oder sich unter- bzw. überlegen zu fühlen.

Das Menschenbild, das wir in uns tragen, ist die Grundlage für unsere individuellen, persönlichen Ziele, Handlungen, Entscheidungen, Gefühle und Verhaltensweisen. Es entscheidet darüber, was wir anderen Menschen zutrauen, welche Fähigkeiten wir ihnen zugestehen, was wir von ihnen erhoffen, erwarten oder auch befürchten.

Es kann inzwischen als gesichert angesehen werden, dass wir unsere Erfahrungen durch unsere private Logik selbst konstruieren. Unsere Erfahrungen sind also das, was wir selbst aus dem Erlebten machen. Wir selektieren, konstruieren und verarbeiten das, was zu den in unserem Gehirn gespeicherten Schemata passt.

Mir ist bewusst, dass das gerade Aufgezeigte einen radikalen Wandel unserer bisherigen Denkweise darstellen könnte. Wenn wir jedoch akzeptieren, dass wir unsere Erfahrungen, ja selbst unsere Emotionen und Gefühle, selbst konstruieren, dann haben wir jederzeit die Macht, ungewollte oder wenig hilfreiche Erlebnisse zukünftig nach unseren eigenen Wünschen neu zu konstruieren.

In diesem Video-Zusammenschnitt aus meinem Engpass-Programm habe ich das alles für dich noch einmal grafisch aufbereitet und ein paar Beispiele genannt.

Fünf Ideen, wie tragfähige Beziehungen gestaltet werden können

Ich möchte dir fünf Ideen anbieten, wie du tragfähige Beziehungen gestalten kannst:

  1. Mein guter Ruf
  2. Vertrauen aufbauen
  3. Ein gutes Ergebnis für alle Beteiligten
  4. Kontakt pflegen — auch zu mir
  5. Mit Kritik konstruktiv umgehen.

Der gute Ruf eilt uns voraus. Man könnte es auch als positive Assoziation bezeichnen. Wie nehmen die Menschen mich, mein Unternehmen, meine Mitarbeiter und unsere Arbeit wahr? Für wie zuverlässig halten sie uns? Alles das trägt dazu bei, wie gut es uns gelingt, eine tragfähige Beziehung zu Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten aufzubauen.

Den guten Ruf müssen wir Schritt für Schritt aufbauen und dann beschützen, wie unser heiligstes Heiligtum! Nichts ist schlimmer als ein ramponierter Ruf. Deshalb solltest du dir schnell sehr klar darüber werden, wie du nach außen wirken möchtest. Welche Werte gelten für deine Firma? Welche Regeln gibt es? Welche Adjektive beschreiben dich, deine Firma und deine Arbeit? Das sollte allen Mitarbeitern bekannt sein. Und es sollte ihnen klar sein, dass sie deine Regeln für einen guten Ruf beachten müssen. Dass es dabei keinen Spielraum gibt!

Gegenseitiges Vertrauen ist ein weiterer Baustein für tragfähige Beziehungen. Sei immer offen und ehrlich, sage die Wahrheit. Drücke dich dabei klar aus, nenne die Dinge beim Namen, verzerre keine Fakten und vermeide Halbwahrheiten. Dazu gehört auch, keine versteckten Ziele zu haben. Handele nach der Devise „Du bekommst das, was du siehst!“, denn Transparenz schafft Nachvollziehbarkeit und Verständnis.

Auch Respekt ist ein Baustein für Vertrauen. Wer mit anderen Menschen respektvoll umgeht, auch und gerade mit denjenigen, die nichts für uns tun können, verschafft sich einen Vertrauensbonus.

Ein weiterer Punkt ist, seine Versprechen zu halten. Wer dem Kunden sein Angebot für die nächste Woche verspricht und zwei Wochen später immer noch nicht geliefert hat, schlägt selbst die erste Beule in das Vertrauensverhältnis. Eine gute und ehrliche Kommunikation wird von allen Menschen geschätzt.

Gerade gegenüber Mitarbeitern ist es hilfreich, ihnen auch Vertrauen zu schenken. Es zeigt, dass wir ihren Beitrag schätzen und ihnen zutrauen, die Aufgabe zu lösen.

Ein weiterer Aspekt für tragfähige Beziehungen ist die Haltung, für alle Beteiligten ein gutes Ergebnis herbeiführen zu wollen. Es ist das, was gemeinhin als Win-Win bezeichnet wird. Stellen wir uns die Frage, was die Alternative dazu ist, wird dieser Punkt recht schnell klar. Es sind nämlich die Ergebnisse „Ich gewinne-Du verlierst“ und „Ich verliere-Du gewinnst“. Ich denke es ist eindeutig, dass niemand ein Interesse daran hat, sich als Verlierer in irgendeiner Situation zu fühlen.

Der nächste Vorschlag, belastbare Beziehungen aufzubauen, ist Kontakte zu pflegen. Kennst du die Menschen, die sich nur dann melden, wenn sie etwas von dir wollen? Erinnere dich bitte an das Gefühl, das dabei in dir ausgelöst wird. Wer sich nur dann meldet, wenn es für ihn etwas zu gewinnen gibt, wird auf lange Sicht Schwierigkeiten haben, bei Sturm und in einer Durststrecke die notwendige Unterstützung zu erhalten. Deshalb ist meine Empfehlung, den Kontakt zu halten.

Das gilt auch für den Kontakt zu mir selbst! Frage dich regelmäßig, wie es dir geht. Wie es dir in einer Situation oder mit einem anderen Menschen geht. Diese Reflexion hilft dir, den Kontakt zu deiner inneren Stimme zu finden beziehungsweise aufrecht zu erhalten. Denn unsere Intuition ist ein guter Ratgeber.

Der letzte Punkt, den ich in diesem Zusammenhang wichtig finde, ist mit Kritik konstruktiv umzugehen. Das ist leichter gesagt als getan und es ist ein oft gehörter Ratschlag. Warum ist es manchmal so schwer? Kritik trifft uns immer direkt als Mensch. Wir stellen dann häufig unseren Selbstwert in Frage. Rote Knöpfe der Vergangenheit werden gedrückt und sämtliche negativen Trigger werden ausgelöst. Unsere Körperchemie trägt auch dazu bei und sendet entsprechende Gefühle.

Wer es jetzt schafft, innerlich einen Schritt zurück zu treten und die Botschaft vom Botschafter zu trennen, kann in einen konstruktiven Dialog gehen, die Gründe für Kritik hinterfragen und seinen eigenen Anteil erkennen, der womöglich tatsächlich zur Kritik beigetragen hat. Es erfordert den Willen und die Fähigkeit zur Reflexion.

Ein wichtiger Tipp: Wer sich in einer Situation emotional nicht in der Lage fühlt, einen solchen Dialog zu führen, sollte einen späteren Termin zum Gespräch mit der anderen Person vereinbaren. Denn so manches Wort wurde gesprochen und hinterher bereut.

Ein erster Schritt

Wie kannst du also etwas verändern, wenn du das möchtest?

Ein erster Schritt ist zu verstehen, was du tust und wie du es tust. Danach kommt die Reflexion unseres Verhaltens.

Was will ich eigentlich selbst?

Ist mein Verhalten hilfreich für das, was ich erreichen möchte?

Was müsste gegeben sein, dass es hilfreicher wird?

Diese Fragen bringen uns auf die Spur, an welchen Stellen wir zur Zeit einen Engpass in uns selbst tragen. Wenn wir es schaffen, diesen für uns zu lösen, dann wird sich auch die Welt um uns herum wieder ein Stück weit dem annähern, wie wir sie eigentlich haben wollen.

Wir bekommen das, was wir dulden. Oder anders ausgedrückt: Wir haben die Macht, unser Leben so zu gestalten, wie es uns entspricht!

Wenn du jetzt sagst, ja, darüber möchte ich mehr erfahren, dann vereinbare hier einen Telefon-Termin mit mir. Wir schauen gemeinsam, wie ich dir helfen kann.

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