Vor ein paar Tagen habe ich mit einem Unternehmerfreund telefoniert. Wir haben über meinen Blog gesprochen. Auf einmal sagte er zu mir: „Weißt Du, das sind alles Lektionen, die Du gelernt hast, weil Du vorher immer mal wieder auf die Fresse gefallen bist. Schreib doch auch mal darüber. Wir sind ständig in irgendwelchen Situationen, in denen es nicht weiter geht oder in denen wir versagen. Nur, das sagt keiner. Darüber wird nicht gesprochen.“

Ok, habe ich gedacht. Aber dann hat sich mir erstmal kurz der Magen gekrampft. Und meine Gedanken fingen an, sich zu verselbständigen. Will das überhaupt jemand wissen? Was, wenn dann keiner mehr Deinen Blog liest? Was ist mit Deinen Beratungskunden – springen die dann ab? All dieses negative Zeug, das immer gleich im Kopf rumschwirrt, wenn etwas nicht so läuft wie geplant.

Aber da wurde mir schlagartig klar, dass ich das machen will. Denn ich war schon mitten drin in meinen gelernten Lektionen.

Hör nicht auf die Stimmen in Deinem Kopf
Kennen Sie das auch? Wenn etwas Ungeplantes oder sogar unangenehmes auftaucht, geht sofort das Selbstgespräch in unserem Kopf los. Aus einem Gedanken wird ein ganzes Untergangs-Szenario. Und wie oft geht dann tatsächlich unsere Welt unter?

Sprich mit einem anderen Menschen, der Dir eine neue Sichtweise geben kann
Sehr oft habe ich die Dinge ausschließlich nur mit mir selbst ausgemacht. Bin immer wieder um das Problem gekreist. Diese Perspektive beleuchtet. Eine andere Perspektive beleuchtet. Das eigentliche Problem dabei war jedoch: es war immer meine Perspektive. Und wenn ich dann mal mit jemand anderem darüber gesprochen habe, war es häufig auch nicht die ganze Wahrheit. Oder ich habe nicht alles erzählt. So kann der Andere natürlich nicht helfen.

Erst als ich begonnen habe, mit Menschen zu sprechen, die das Problem schon einmal hatten und ich alles schonunglos erzählt habe, bin ich voran gekommen. Auch wenn die Nachfragen manchmal unangenehm waren, sie haben mich immer weiter gebracht.

Mach die richtigen Dinge, nicht die einfachen
Die härteste Lektion aus der härtesten Phase meines Lebens – der Insolvenz. Wie die Katze um den heißen Brei bin ich um die schwerwiegenden Entscheidungen herumgeschlichen. Habe gezögert. Habe gezaudert. Im Grunde meines Herzens kannte ich die richtigen Maßnahmen.

Aber weil sie nicht einfach umzusetzen waren, weil ein paar Dinge miteinander funktionieren mussten, bin ich alles zu spät angegangen. Im Nachhinein ein großer Fehler. Weil alles nicht so schlimm war. Nur zu spät.

Mutig ist, wer trotz Angst handelt
Ich habe kurz überlegt, ob ich durch das Wort Angst in einem Blog mit Themen für Firmeninhaber Leser verlieren werde. Egal. Sind wir ehrlich: zaudern, zögern, nicht handeln hat immer auch etwas mit Angst zu tun. Wir nennen es nur anders: überlegen, abwägen, nachdenken.

Bei mir war es Angst. Angst, dass die drei größten Kunden ganz abspringen, wenn ich einen Geschäftsbereich schließe. Angst, die Arbeit nicht mehr zu schaffen, wenn ich Mitarbeiter entlasse. Dass dadurch dann wiederum andere Kunden abspringen. Angst, in der Unternehmer-Gruppe als Versager dazustehen.

Ich war oft nicht mutig. Aber Handeln ist die einzige Möglichkeit, etwas zu bewegen. Ich habe gelernt, dass es nicht die großen Schritte sein müssen. Jeden Tag ein kleiner Schritt, eine Aktion, ein Telefonat, eine E-Mail. Das bringt langsam aber stetig Erfolge. Und mit kleinen Erfolgen wächst der Mut. Und wenn der Mut wächst, kommt man auch aus dem Tal heraus.

Wenn ich zurück blicke, sind es gerade diese Erlebnisse, die mich in meiner Persönlichkeit weiter gebracht haben. Nur sieht man das in der jeweiligen Situation leider nicht.